Diese Aufzeichnungen sind verbunden mit einem Dank an alle diejenigen, die im Jahre 1922 den Grundstein für die Freiwillige Feuerwehr Burgen gelegt haben. Gleichzeitig sollen sie aber auch ein Ansporn sein für alle, die heute und in Zukunft aktiv oder fördernd in ihr mitwirken!

Was war damals eigentlich der Anlass zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr? Bis zum Jahre 1921 bestand in Burgen eine Pflichtfeuerwehr, die höchstens einmal im Jahr zusammenkam, um in einer gemeinsamen Übung die Feuerwehrleute auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Man wusste allgemein, dass aufgrund dieser Tatsache die Pflichtfeuerwehr im Ernstfall nicht voll einsatzfähig sein konnte, zumal die Ausrüstung mangelhaft war. Das zeigte sich dann auch am 21.12.1921 bei einem Brand im Haus Fritz Gerhard. Die Wehrleute standen fast machtlos dem wütenden Feuer gegenüber und waren nicht in der Lage, mit den vorhandenen Geräten genügend Wasser an den Brandherd heranzubringen. Nun setzte eine Kritik auf breiter Ebene ein, die alle Bürger dieser Gemeinde nachdenklich machte.

War es denn nicht möglich, diesem Übelstand abzuhelfen? Konnte man den Bürgern weiter zumuten, im Ernstfall alles verlieren zu müssen? Sollte man die Pflichtfeuerwehr in ihrer jetzigen Form weiter bestehen lassen? Wäre eine Feuerwehr auf freiwilliger Basis nicht besser? Freiwillige Feuerwehr! Das war der Gedanke, der einige Männer nicht mehr los ließ.

Unter der zielbewussten und fachkundigen Leitung des ersten Wehrführers, Wilhelm Auler-Pelzer, kam die Freiwillige Feuerwehr Burgen zu guten Leistungen, die aber nur möglich wurden, weil man bereit war, jeden Monat eine Wehrübung durchzuführen. Unter dem Motto "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" wurde in den folgenden Jahren regelmäßig geübt, um im Ernstfall gewappnet zu sein.

(Freiwillige Feuerwehr Burgen im Jahre 1928 unter ihrem damaligen Wehrführer Wilhelm Auler, Gesamtstärke etwa 60 - 70 Mann)

Bis zum zweiten Weltkrieg bekleidete Wilhelm Auler-Pelzer das Amt des Wehrführers, um es dann kurzfristig in die Hände von Karl Kinnling zu übergeben. Ihm folgte bis zum Ende des Krieges Wilhelm Bohn und anschließend Fritz Auler-Becker.

Nach dem zweiten Weltkrieg musste auf Anordnung der Besatzungsbehörden die Wehr auf nur 12 aktive Mitglieder reduziert werden. Man sah jedoch bald ein, dass diese Maßnahme, die den breiten Schichten der Bevölkerung unverständlich war, nicht mehr länger durchgeführt werden konnte. So wurde durch den Erlass der Besatzungsmächte am 1. November 1946 die Beschränkung auf nur 12 aktive Mitglieder wieder aufgehoben.

Unter dem neuen Wehrführer Wilhelm Bauer-Rieb konnte man wieder an die Arbeit gehen und der Freiwilligen Feuerwehr Burgen das Gepräge geben, das sie bereits vor dem Kriege hatte. Wieder schlossen sich viele junge Männer zusammen und stellten sich in den Dienst der Dorfgemeinschaft. Tatkräftige Unterstützung erfuhr man auch seitens der Gemeindevertretung, so dass im Jahre 1946 die erste langersehnte Motorspritze angeschafft werden konnte.

Im Januar 1954 übernahm Josef Velten die Führung der Wehr. Ihm folgte von Oktober 1962 bis Januar 1977 Kurt Eiden als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Burgen. Zahlreiche Einsätze, auch größere Brände in den Nachkriegsjahren, sind aus dieser Zeit zu verzeichnen. Neues und modernes Gerät wurde angeschafft, Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule gewannen immer mehr an Bedeutung. Ebenso die Wichtigkeit der Werbung für den Feuerwehrgedanken und gezielte Jugendarbeit.

(Bei den Gruppenwettkämpfen 1978 in Ürzig)

Anfang der siebziger Jahre wurde unter der fachkundigen Ausbildung von Manfred Nitschke, stellvertretender Wehrführer von 1962 bis 1979, eine junge Wettkampfgruppe aufgestellt, die über lange Jahre gute bis hervorragende Plätze bei Gruppenwettkämpfen erzielen konnte.

Hierfür musste natürlich hart geübt werden, galt es doch den langjährigen Vorsprung anderer Wehren einzuholen. Die Freiwillige Feuerwehr Burgen verfügte zum damaligen Zeitpunkt noch über kein Fahrzeug und das Gerät wurde im TSA zur Übungsstrecke in der Nähe des Ida-Becker-Altenheimes in Burgen geschafft.

Hier verbrachte Frau Hedwig Köller ihre letzten Lebensjahre. Frau Köller, während des letzten Krieges selbst Wehrführerin einer Frauenfeuerwehr, beobachtete dann das Geschehen mit wachsendem Interesse. Da ihrer Meinung nach ein handgezogener TSA nicht mehr zeitgemäß war, spendete sie der Freiwilligen Feuerwehr Burgen von ihren Ersparnissen rd. 10.000,00 DM. Von diesem Geld konnte mit den Zuschüssen des Landes Rheinland-Pfalz und des Kreises Bernkastel-Wittlich ein TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug), eine Standarte und 20 Uniformen angeschafft werden.

Mit diesem neuen Fahrzeug, das erstmals am 1.9.1972 mit Sirene und Blaulicht eine Ehrenrunde durch den Ort Burgen unternahm, war die Freiwillige Feuerwehr Burgen nunmehr nicht nur örtlich, sondern auch überörtlich schnell einsatzfähig.

Hier ein Auszug aus einer damaligen Pressemitteilung:

Spritze für die Feuerwehr

Bürgermeister Velten hob in seiner An-sprache hervor, dieser Abend gehe in die Vereinsgeschichte der Feuerwehr ein und man würde sich noch lange gern daran erinnern. Es sei schon ein Erlebnis besonderer Art, dass eine Neubürgerin, die fast 90-jährige Frau Hedwig Köller-Keller aus dem Alters-heim in Burgen, der Feuerwehr den ansehnlichen Betrag von 10.176 DM zum Geschenk gemacht habe. Ihr Wunsch sei es gewesen, dass die Feuerwehr eine Fahne erhalte und zur Erleichterung ihres schweren Dienstes ein Motorfahrzeug erhalten sollte.

Höhepunkt des Abends war die Fahnenweihe durch die Stifterin. Bürgermeister Velten ehrte Frau Köller, indem er sie zum Ehrenmitglied der Feuerwehr ernannte und ihr einen Präsentkorb überreichte.
In einer kurzen Ansprache betonte Kreisbrandinspekteur Faust, die Tat von Frau Köller könnte nicht hoch genug eingeschätzt werden, denn sie sei nicht alltäglich. Obwohl selbst nicht mit Reichtümern gesegnet, habe sie vielen beschämend gezeigt, was echter Bürgersinn leisten kann.

(Stifterin der Fahne, Frau Köller, vollzog auch die Weihe
v.l.n.r.: Oswald Klemm, Artur Erz, Hedwig Köller, Artur Auler und Wehrführer Kurt Eiden)

Nach 32 Jahren im Dienst wurde das etwas altersschwache TSF durch ein modernes TSF- W ersetzt. Das neue Fahrzeug wurde am 19. Juni 2005 offiziell in Dienst gestellt.

Aber es wurde nicht nur mit neuen Gerätschaften geübt, auch die aus alter Zeit kamen immer wieder mal zum Einsatz.Die erste Saug-, Druckpumpe aus der Gründungszeit wurde in ungezählten Stunden liebevoll restauriert und fuhr handgezogen bei vielen Umzügen mit. Bei Schauübungen stellte sie ihre Funktionstüchtigkeit unter Beweis und ist auch heute noch voll einsatzfähig. Das genaue Alter ist leider nicht bekannt.

(Schauübung bei Feuerwehrfest 1973 in Burgen)

Im Februar 1977 übernahm Artur Erz für 2 Jahre das Amt des Wehrführers. Zuvor führte Manfred Nitschke als kommissarischer Wehrführer kurze Zeit die Wehr. Im Februar 1979 übernahm Horst Schimper das Amt des Wehrführers der Freiwilligen Feuerwehr Burgen. Zeitgleich wurde Erwin Bauer bis März 1996 stellvertretender Wehrführer.

Von März 1996 bis Juli 2001 übernahm Hermann-Josef Becker dieses Amt, gefolgt von Udo Rohlik als kommissarischer stellvertretender Wehrführer, der sein Amt wiederum aus beruflichen Gründen an an Stephan Klären abgab.

Neben vielen kleineren und oftmals unbeachteten Einsätzen in dieser Zeit sind als größere Einsätze die Unwetter am 4. Juni 1978 und 16. August 1980 sowie die schweren Stürme im Februar 1990 zu erwähnen, aber auch die beiden Wohnhausbrände (Velten am 21.10.93 u. Hoffmann am 08.11.93). Überörtliche Hochwassereinsätze in der Zeit vom 20. bis 23.12.1993 sowie Hochwassereinsätze im Ort am 25. u. 26. Januar 1995 oder am 08. u. 09. Januar 2003 und der Wohnungsbrand im Haus Schimper am 05.03.1999 sind an dieser Stelle als größere Einsätze ebenfalls zu nennen.

Wichtige Gerätschaften wie z.B. Pressluftatmer, Funkausrüstung usw. konnten angeschafft und die persönliche Schutzausrüstung vervollständigt werden. Mehrere erforderlich gewordene Umbaumaßnahmen im Gerätehaus wurden in Eigenleistung durchgeführt. An dieser Stelle sei auch einmal ein Dank an die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues gerichtet, die seit Übernahme des Brandschutzes die notwendigen finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt und somit auch kleinere Wehren eine überaus gute Ausrüstung ermöglicht hat.

Nicht unerwähnt bleiben sollten aber auch die Anschaffungen in den letzten drei Jahren. Persönliche Schutzausrüstung und Gerätschaften (Feuerwehrsicherheitsstiefel, Regenschutzkleidung, bessere Funkgeräte, u.a.) für ca. 20.000,00 DM (rund 10.000,00 €) abzüglich entsprechender Zuschüsse wurden aus der eigenen Kasse bezahlt. Auch die Aktiven beteiligten sich finanziell bei verschiedenen Anschaffungen.

Am 28. Januar 1991 ging mit der Gründung einer Jugendfeuerwehr ein lang gehegter Wunsch etlicher Jugendlicher, aber auch unseres Vorstandes, in Erfüllung. Hierzu hatte Hermann-Josef Becker, Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Burgen von 1991 bis 1998, alle interessierten Jugendliche und deren Eltern ins Gemeindehaus eingeladen. Nach eingehender Darstellung über Sinn und Zweck einer Jugendwehr, wurde in Anwesenheit der damaligen Amtsinhaber Ortsbürgermeister Leimbrock, Amtsrat Nilles von der Verbandsgemeinde, Kreisfeuerwehrinspekteur Speder, Kreisjugendwart Thieltges, Wehrleiter Kasel und seinem Stellvertreter Edringer die Jugendfeuerwehr Burgen gegründet.

Dank der guten Jugend- und Ausbildungsarbeit von H.-J. Becker und seines Stellver-treters Werner Schell konnten bereits etliche Jugendfeuerwehrangehörige in die aktive Wehr übernommen werden.

Nach kurzer Amtszeit von Michael Brusius leitete der bisherige Stellvertreter Werner Schell zunächst kommissarisch die Jugendfeuerwehr und wurde im November 2000 zum Jugendwart gewählt. Zum Stellvertreter wurde Thomas Schimper gewählt, der bereits vorher zusammen mit Andreas Stein in der Jugendarbeit Werner Schell unterstützt hat.

Nach fast 14 Jahren als Ausbilder in der Jugendfeuerwehr stellte Werner Schell sein Amt zur Verfügung. Als Dank für seine Arbeit wurde Werner Schell am 24.06.2005 mit der silbernen Ehrennadel des Landesjugendfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Als Jugendwart folgte der bisherige Stellvertreter Thomas Schimper, zur Stellvertreterin wurde Linda Pick gewählt. Unterstützt wurden sie von Yvonne Schell und Johannes Becker.

Ein absoluter Höhepunkt in der Jugendarbeit war das von Thomas Schimper und Thorsten Hepp (Jugendwart der FFw Brauneberg) gemeinsam geplante Aktions-wochenende am 31.05. und 01.06. 2003 unter dem Motto "Berufsfeuerwehr-Übungsdorf". Hierbei konnten die Mädchen und Jungen der JFW aus Burgen und Brauneberg während der 32 Stunden dauernden Aktion bei Einsätzen, Ausbildung, Frei- und Ruheschichten sehr realistisch den Alltag einer Berufsfeuerwehr durchleben. Da dies die erste bisher in Rheinland-Pfalz bekannte Veranstaltung dieser Art war, wurde sie acht Stunden lang von einem Kamerateam des Südwest-Rundfunks begleitet. Ein Bericht hierüber wurde am 03. und 04. Juni 2003 in der Landesschau gesendet. Thomas Schimper war zudem auch als Wertungsrichter des Kreisjugendfeuerwehrverbandes tätig und erheilt, wie schon sein Vorgänger Werner Schell am 07.03.2008 die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Rheinland – Pfalz.

Im Jahr 2005 wurde das bisherige Fahrzeug, ein TSF, durch ein modernes TSF-W ersetzt. Damit verfügte die Feuerwehr Burgen nunmehr erstmals über ein Wasserführendes Fahrzeug, zudem wurde die Ausrüstung um zahlreiche Bausteine ergänzt. Kettensäge, Stromerzeuger und noch vieles mehr standen nun zur Verfügung, damit war die Schlagkraft der Wehr deutlich erhöht worden. Einsätze, bei den zuvor die Unterstützung benachbarter Wehren erforderliche war, konnten nun eigenständig bewältigt werden. Damit nahm jedoch auch die Notwendigkeit zu, jeden Einzelnen Feuerwehrangehörigen besser und umfangreicher Auszubilden. Seitens der Wehrführung wurde, nach Zustimmung der Wehrangehörigen die Ausbildungshäufigkeit von einer auf zwei Ausbildungsabende im Monat erhöht.

Horst Schimper, seit 1979 Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Burgen stellte im Jahr 2007 sein Amt nach fast 30 Jahren als Wehrführer zur Verfügung. Gleichzeitig stellte auch Stephan Klären sein Amt als Stellvertreter zur Verfügung. An dieser Stelle sei ein großer Dank an Horst Schimper ausgesprochen, der fast 30 Jahre lang die Geschicke der Wehr führte. In Anerkennung der herausragenden Leistungen wurden ihm zum einen das Silberne Feuerwehrehrenzeichen am Bande sowie die silberne Ehrennadel des Deutschen Feuerwehrverbandes verliehen. Horst Schimper steht der Wehr weiterhin als Gruppenführer und Ausbilder, sowie mit Rat und tat zur Verfügung.

Am 13.09.2007 übernahm dann der bisherige Jugendwart, Thomas Schimper die Wehr, sein Stellvertreter wurde Jürgen Lorenz. Auf den Posten des Jugendwartes rückte die bisherige Stellvertreterin Linda Pick nach, Johannes Becker wurde Stellvertretender Jugendwart.

Nachdem zu Beginn nur kleinere, teilweise in der Öffentlichkeit unbeachtete Einsätze zu bewältigen waren, kam es im Jahr 2011 zu einer noch nie da gewesenen Einsatzhäufigkeit für die Freiwillige Feuerwehr Burgen.

In der Nacht zum Karfreitag kam es zum Brand der Hasenmühle. Bereits beim Eintreffen an der Mühle stand der Dachstuhl im Vollbrand, glücklicherweise konnte sich der Hauseigentümer zu vor selbst in Sicherheit bringen. Aufgrund der Fachwerkbauweise und der Lehmwickeldecken, musste die Feuerwehr Burgen noch zwei weitere Male zur Hasenmühle ausrücken um aufflammende Glutnester zu bekämpfen. Die Mühen lohnten sich und der historische Mühlenteil konnte gehalten werden.

Das Schlimmste sollte jedoch erst noch kommen.

Am 26.08. ging ein verheerendes Hagelunwetter über die Region nieder, unseren Nachbarort Veldenz hat es am schlimmsten getroffen, dort war jedes Gebäude mehr oder weniger stark beschädigt. Die Hagelkörner hatten teilweise die Größe von Tennisbällen. In Burgen und Hirzlei waren ca. 50 Gebäude beschädigt. Die Schäden waren ein einigen Gebäuden so groß, dass die Bewohner ihre Häuser verlassen mussten. Die Feuerwehr Burgen wurde an diesem Wochenende von den Kameraden aus Gornhausen sowie der Feuerwehr Wittlich und deren Drehleiter unterstützt.